Auf einen Blick
- Die anstehende Entscheidung des Publikums macht den Auftrag konkreter als ein allgemeines KI-Thema.
- Fünf Angaben reichen für ein sinnvolles erstes Gespräch; vertrauliche Unterlagen sind dafür unnötig.
- Format, Zugänglichkeit und Aufzeichnung gehören in die Vorbereitung; Fortbildungsanerkennung ist gesondert zu klären.
Ein guter Auftrag für einen KI-Vortrag beginnt mit einer Situation. Eine ärztliche Fachgesellschaft möchte wissen, welche Teile der Arbeit sich verändern. Eine Unternehmensleitung muss entscheiden, welche Vorhaben sie weiterverfolgt. Ein Führungskreis ringt um die Verantwortung für neue Abläufe. Diese Veranstaltungen können denselben Oberbegriff tragen und trotzdem sehr unterschiedliche Vorbereitung brauchen.
Für mich verbindet sich die Bühne mit meiner Arbeit als Gründer von aiomics: Ich entwickle KI für einen anspruchsvollen klinischen Alltag und teile die Fragen, die bei ihrer Umsetzung entstehen. Der medizinische Hintergrund hilft, Folgen für die Versorgung einzuordnen. Die unternehmerische und die Investorenperspektive erweitern den Blick auf Entscheidungen, Ressourcen und Entwicklung. Ein Vortrag sollte diese Perspektiven an einer Frage zusammenführen, die im Raum tatsächlich wichtig ist.
Dieser Leitfaden hilft Ihnen, einen solchen Auftrag zu formulieren. Die vorgeschlagenen Formate und Beispiele sind Planungshilfen. Sie versprechen weder eine bestimmte Verhaltensänderung nach einem Vortrag noch eine Anerkennung als ärztliche Fortbildung.
Die Entscheidung hinter dem Veranstaltungsthema
Bevor Sie einen Titel festlegen, vervollständigen Sie diesen Satz: Nach der Veranstaltung sollen die Teilnehmenden besser beurteilen können, ob oder wie sie etwas Bestimmtes tun. „KI verstehen“ lässt viel offen. „Eine Anbieterbehauptung von einem Nachweis für unseren Arbeitsablauf unterscheiden können“ beschreibt dagegen eine konkrete Fähigkeit.
Ein:e Veranstalter:in könnte zum Beispiel schreiben: „Unsere Klinikleitungen sehen viele KI-Vorführungen. In den nächsten Monaten sollen sie Vorhaben auswählen. Nach dem Vortrag sollen sie drei Fragen zur Übertragbarkeit einer Studie stellen und die offene Verantwortung im eigenen Ablauf erkennen können.“ Dieses erfundene Beispiel macht die Vorbereitung genauer, ohne vertrauliche Einzelfälle offenzulegen.
Für ein Publikum aus der Pharmaindustrie könnte die Frage lauten, wie sich wissenschaftliche Leistung, praktische Einführung und wirtschaftlicher Nutzen auseinanderhalten lassen. Bei einem mittelständischen Unternehmen könnte es um die Auswahl eines begrenzten ersten Einsatzes gehen. Ärzt:innen interessieren sich möglicherweise besonders dafür, welche Urteilsarbeit bei ihnen verbleibt. Die passende Frage ergibt sich aus Ihrem Publikum; eine Branchenbezeichnung allein genügt selten.
Fünf Angaben für das erste Gespräch
- Wer sitzt im Raum? Nennen Sie Funktionen, ungefähre Zahl, Vorwissen und die wichtigste anstehende Entscheidung. Eine gemischte Gruppe braucht gemeinsame Begriffe, bevor fachliche Einzelheiten helfen.
- Was ist der konkrete Anlass? Beschreiben Sie, welche Entwicklung, Unsicherheit oder Entscheidung die Veranstaltung notwendig macht. Zwei oder drei typische Fragen genügen zunächst.
- Was soll danach besser möglich sein? Wählen Sie eine erkennbare Fähigkeit oder eine Entscheidungsvorbereitung. Legen Sie auch fest, was der Beitrag angesichts seiner Dauer offenlassen muss.
- In welchem Rahmen findet der Beitrag statt? Datum, Ort, Sprache, verfügbare Zeit einschließlich Fragen, weitere Programmpunkte und die Person für die inhaltliche Abstimmung gehören zusammen.
- Welche Bedingungen sind früh zu klären? Dazu zählen Zugänglichkeit, mögliche Aufzeichnung, eine geplante Fortbildungsanerkennung und ein bereits festgelegter finanzieller Rahmen. Für die erste Anfrage sind keine Patientenunterlagen oder vertraulichen Geschäftsdokumente nötig.
Das Format folgt der Aufgabe
Ein Vortrag mit anschließenden Fragen kann einer größeren Gruppe eine gemeinsame Grundlage geben. Wenn Entscheidungen und Einwände im Vordergrund stehen, kann ein moderiertes Gespräch sinnvoll sein. Eine Übung verlangt mehr: eine klar begrenzte Aufgabe, geeignetes Material, Gelegenheit zur eigenen Bearbeitung und eine anschließende Besprechung der Ergebnisse. Für ausgewählte Partner:innen lässt sich ein vertiefendes Arbeitsformat vereinbaren, wenn die konkrete Aufgabe dazu passt.
Als frei erfundene Planung könnte eine Veranstaltung 30 Minuten für den Vortrag und 15 Minuten für Fragen vorsehen. Die Vorbereitung würde dann eine zentrale Entscheidung, zwei sorgfältig begründete Beispiele und ausreichend Raum für Rückfragen bevorzugen. Das ist keine wissenschaftlich optimale Dauer und keine pauschale Leistungszusage. Ein später Programmpunkt nach mehreren anderen Vorträgen kann eine andere Gestaltung brauchen als der Auftakt einer kleinen Führungsklausur.
Eine Cochrane-Übersicht zeigt für Fortbildungstreffen im Gesundheitswesen im Mittel eher kleine Verbesserungen der beruflichen Praxis; aus ihr folgt keine Wirkungszusage für einen einzelnen KI-Vortrag. [1] Für die Planung würde ich deshalb zwischen Interesse im Raum und späterer Anwendung unterscheiden. Ein konkreter nächster Schritt kann nach der Veranstaltung vereinbart werden; seine Umsetzung liegt anschließend bei den dafür zuständigen Personen.
Wissenschaftliche Fragen und ärztliche Fortbildung
Bei medizinischen Themen sollten Studienbefund, persönliche Einordnung und vorgeschlagene Anwendung erkennbar bleiben. Eine Modellprüfung, eine Untersuchung der Zusammenarbeit und ein Versorgungsergebnis beantworten unterschiedliche Fragen. Ein anschauliches Beispiel darf diese Ebenen vereinfachen, ohne sie zu vertauschen.
Falls Sie eine anerkannte ärztliche Fortbildung in Deutschland planen, klären Sie Zuständigkeit und Anerkennung früh mit der zuständigen Ärztekammer. Maßgeblich sind die jeweiligen Kammerregelungen. Die Bundesärztekammer behandelt außerdem die wissenschaftliche Leitung sowie Transparenz und Unabhängigkeit. Aus Thema oder Vortragsdauer entstehen keine automatisch zugesagten Fortbildungspunkte. [2] [3]
Für das Vorbereitungsgespräch reicht deshalb zunächst die Information, ob eine Anerkennung angestrebt wird, wer die wissenschaftliche Leitung übernimmt und welche Unterlagen benötigt werden. Inhalte und Kennzeichnung möglicher Interessen müssen zum konkreten Veranstaltungsrahmen passen. Eine Produktvorführung und eine wissenschaftliche Einordnung sollten für das Publikum als solche erkennbar sein.
Zugänglichkeit und Aufzeichnung vorab vereinbaren
Fragen Sie früh nach benötigter Unterstützung. Gute Tonübertragung, ein Mikrofon für Publikumsfragen und rechtzeitig verfügbare Materialien können entscheidend sein. Wer Abbildungen sprachlich erläutert und Unterlagen zugänglich bereitstellt, erleichtert die Teilnahme. Die Hinweise der W3C geben dafür eine praktische Orientierung. [4]
Eine Aufzeichnung ist eine eigene Vereinbarung. Klären Sie den vorgesehenen Personenkreis, Veröffentlichungsort, Ausschnitte, Bearbeitung und Nutzungsdauer. Wird die Fragerunde mit aufgenommen, braucht auch dieser Teil eine passende Regelung. Das Vorbereitungsgespräch sollte außerdem unterscheiden, welche Materialien zur Veranstaltung gehören und welche anschließend öffentlich zugänglich sein sollen. Damit werden Erwartungen vor dem Veranstaltungstag konkret.
Ein Auftrag, den beide Seiten prüfen können
Am Ende der Vorbereitung sollte eine kurze gemeinsame Beschreibung stehen: Zielgruppe, zentrale Frage, beabsichtigter Erkenntnisgewinn, Format, verfügbare Zeit und noch offene Punkte. Ein sinnvoller Abgleich lautet: Würde das Publikum aus dieser Beschreibung erkennen, warum gerade dieser Beitrag in seinem Programm steht?
Wenn Sie einen Vortrag mit mir vorbereiten möchten, können Sie mit den fünf Angaben oben beginnen. Auf der Seite für Veranstalter:innen finden Sie den Weg zur Anfrage; Kurzbiografie und freigegebene Pressebilder stehen im Pressebereich. Ein präziser erster Auftrag hilft, Thema und Rahmen aufeinander abzustimmen und die Verbindung zwischen der Arbeit an KI und ihren Folgen für Ihr Publikum sichtbar zu machen.
Zur Seite für Veranstalter:innen
Kurzbiografie und Pressebilder
Quellen und weiterführende Lektüre
- Fortbildungstreffen und ihre Wirkung auf berufliche Praxis und VersorgungCochrane
Systematische Übersicht zu Wirkungen von Fortbildungstreffen; keine Untersuchung eines einzelnen KI-Vortrags.
- Regelungen für anerkannte ärztliche Fortbildung in DeutschlandBundesärztekammer
Erläutert die Zuständigkeit der Ärztekammern für die Anerkennung.
- Empfehlungen zur ärztlichen Fortbildung, Fassung vom 20. November 2025Bundesärztekammer
Behandelt wissenschaftliche Leitung, Transparenz und Unabhängigkeit.
- Veranstaltungen und Vorträge zugänglich gestaltenW3C
Praktische Hinweise zu zugänglichen Veranstaltungen und Materialien.
Perspektive und Interessen
Dieser Leitfaden wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Die Veranstaltungssituationen sind erfunden. Formatvorschläge und Lernziele sind Planungshilfen ohne zugesagte Wirkung oder Fortbildungsanerkennung.



